DIE MITTE


seiten von florian kührer-wielach

Studienreise 2026: „Auf den Spuren der Donauschwaben“

Baranya, Slawonien, Batschka und Banat – Ungarn, Kroatien Serbien, Rumänien

12. bis 20. September 2026

Wien – Pécs/Fünfkirchen – Osijek/Esseg – Apatin – Sombor – Novi Sad/Neusatz – Jarek/Bački Jarak – Bela Crkva/Weißkirchen – Eșelnița – Eisernes Tor – Eibenthal – Băile Herculane/Herkulesbad – Anina/Steierdorf – Oravița/Orawitz – Timișoara/Temeswar – Șarlota/Charlottenburg – Maria Radna – Wien

Die Studienreise „Auf den Spuren der Donauschwaben“ führt in historische Regionen, die über drei Jahrhunderte von der donauschwäbischen Kultur mitgeprägt wurden. Auf dem Programm stehen drei Europäische KulturhauptstädtePécs/Fünfkirchen (2010) in der ungarischen Baranya, Novi Sad/Neusatz in der serbischen Batschka (2022) und Temeswar/Timișoara (2023) im rumänischen Banat – sowie das Zentrum der in Kroatien lebenden Donauschwaben, Osijek/Esseg, die in Serbien gelegenen Orte Apatin und Sombor, Besuche in Dörfern wie Bela Crkva/Weißkirchen, Eibenthal (eine tschechische Siedlung im Banat) und Șarlota/Charlottenburg, Hintergrundgespräche und Begegnungen mit Vertreterinnen und Vertretern der deutschsprachigen altösterreichischen Minderheit, der Zivilgesellschaft sowie aus Bildung und Kultur, historische Gedenkstätten zur Geschichte der Donauschwaben und Österreich-Ungarns.

Neben kulinarischen Genüssen kommt auch die landschaftliche Schönheit der Region nicht zu kurz: Der berühmte Donauengpass, das „Eiserne Tor“, wird mit dem Boot erkundet, der „Banater Semmering“ zwischen Oravița/Orawitz und Anina/Steierdorf mit der Bahn. Aus dieser Region, einem historisch bedeutenden Industriegebiet, stammen die Berglanddeutschen. Im einst berühmten Kurort Herkulesbad wird ein ganz besonderer „Lost Place“ Altösterreichs erkundet. Einen weiteren Höhepunkt der Studienreise stellt der Besuch des bekannten Marienwallfahrtsorts Maria Radna dar. Die Frage nach dem Umgang mit dem gemeinsamen Kulturerbe wird uns dabei ständig begleiten.


REISEPROGRAMM

Samstag, 12.9.2026

Wien – Fünfkirchen/Pécs

Heute beginnt unsere Rundreise durch die Baranya, Slawonien,die Batschka und das Banat. Wir reisen nach Südosten ins ungarische Fünfkirchen/Pécs. Nach der Ankunft und einer kurzen Mittags- und Erfrischungspause beginnen wir mit der Erkundung der Stadt gemeinsam mit einem örtlichen Guide. Die 2010 zur Europäischen Kulturhauptstadt ernannte Stadt war und ist ein bedeutendes Zentrum der deutschen Bevölkerung Ungarns. Abendessen und Hotelbezug für zwei Nächte.


Sonntag, 13.9.2026

Fünfkirchen – Esseg/Osijek – Villány

Nach dem Frühstück fahren wir südwärts nach Kroatien. In Esseg/Osijek folgen wir den Spuren der Deutschen auf dem Balkan und besichtigen die hervorragend erhaltene barocke Habsburgerfestung Tvrđa, den Dom St. Peter und Paul sowie die eindrucksvolle Drava-Promenade. Am späten Nachmittag kehren wir nach Fünfkirchen zurück. Unterwegs besuchen wir die bekannte Weinbauregion Villány. Im gleichnamigen Ort (deutsch: Wieland) mit seinen zahlreichen Weinkellern kosten wir den lokalen Wein und genießen kulinarische Spezialitäten der Region.


Montag, 14.9.2026

Fünfkirchen – Apatin – Sombor – Neusatz/Novi Sad

Heute reisen wir weiter nach Serbien. Nach der Erledigung der Grenzformalitäten fahren wir nach Apatin, einem einst bedeutenden donauschwäbischen Zentrum. Dort besuchen wir die unvollendete Herz-Jesu-Kirche, die heute als Museum für donauschwäbisches Kulturgut dient.

Anschließend geht es weiter in die Kleinstadt Sombor. Im Rathaus besichtigen wir ein monumentales Gemälde der Schlacht von Zenta und erfahren mehr über die osmanisch-habsburgischen Kriege. Zudem besuchen wir das donauschwäbische Museum der Stadt.

Am Abend erreichen wir Neusatz/Novi Sad, die Hauptstadt der Vojvodina und ein Zentrum historischer Vielvölkerschaft mit sechs offiziellen Stadtsprachen. Wir erkunden die Kathedrale, das Rathaus, mehrere Adelspaläste sowie die Festung Peterwardein.  Abendessen und Hotelbezug nahe der Donau.


Dienstag, 15.9.2026

Novi Sad – Jarek/Bački Jarak – Weißkirchen/Bela Crkva – Festung Golubac – Eșelnița

Nach dem Frühstück brechen wir Richtung Rumänien auf. Unsere erste Station wird die Gedenkstätte von Jarek/Bački Jarak sein, wo sich 1944–1946 ein Konzentrationslager für die arbeitsunfähigen Deutschen der Südbatschka befunden hat.

Anschließend fahren wir weiter nach Weißkirchen/Bela Crkva, wo wir nicht nur das Dorf und die katholische Kirche besichtigen, sondern auch einiges über die Banater Sandwüste erfahren. Der zu habsburgischen Zeiten entwickelte Sandbindungsplan für die dortige Dünenlandschaft stellt ein historisches Beispiel eines Wüstenbekämpfungsprogramms dar.

Am Nachmittag setzen wir unsere Reise durch eine beeindruckende Landschaft entlang der Donau fort, machen Station bei der Festung Golubac und erreichen schließlich Rumänien. Hotelbezug für zwei Nächte und Abendessen direkt an der Donau.


Mittwoch, 16.9.2026

Eșelnița – Eisernes Tor – Eibenthal

Nach dem Frühstück unternehmen wir eine Bootsfahrt in kleinen Motorbooten donauaufwärts durch das Eiserne Tor. Diese enge Passage der schiffbaren Donau galt bis zum Bau des Wasserkraftwerks in den 1970er-Jahren als eine der gefährlichsten Strecken für die Binnenschifffahrt. Die Landschaft ist spektakulär und markiert den Durchbruch der Donau durch das Karpatengebirge.

Anschließend besuchen wir eine weitere historische Minderheit des Banats: die Tschechen (Pomea). In Eibenthal werden wir vom Bürgermeister empfangen, lernen die Gemeinde kennen und erfahren mehr über Geschichte, Traditionen und die aktuelle Situation dieser Gruppe. Am Nachmittag Rückkehr zur Pension.


Donnerstag, 17.9.2026

Eșelnița – Herkulesbad/Băile Herculane – Steierdorf/Anina – Orawitz/Oravița – Temeswar/Timișoara

Heute fahren wir nordwärts ins Cerna-Tal nach Herkulesbad/Băile Herculane. Die Ursprünge dieses Heilbades reichen bis in die Römerzeit zurück; im 18. Jahrhundert wurde es von der habsburgischen Verwaltung umfassend ausgebaut und entwickelte sich zu einem der bedeutendsten Kurorte Europas. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es zu tiefgreifenden Umgestaltungen, seit den 1990er-Jahren setzte ein massiver Verfall ein. Heute engagieren sich mehrere Initiativen für die Rettung des Ortes; eine davon, das „Herculane Project“, lernen wir kennen.

Zu Mittag fahren wir nach Steierdorf/Anina, wo wir mit einer der ältesten Bergbahnen Europas unterwegs sind: der „Banater Semmeringbahn“. Die über 50 Kilometer lange Strecke mit ihren Viadukten, Felsdurchbrüchen und Tunneln wurde bereits im 19. Jahrhundert eröffnet. Am späten Nachmittag erreichen wir Temeswar/Timișoara. Abendessen und Hotelbezug für drei Nächte.


Freitag, 18.9.2026

Temeswar/Timișoara – Charlottenburg/Șarlota

Am Vormittag erwartet uns die Hauptstadt des Banats: Von der osmanischen Stadt des 16. Jahrhunderts über die Zeit Prinz Eugens bis zur Stadt, in der 1989 die antikommunistische Revolution begann, gilt Temeswar/Timișoara als das historische Zentrum des Banats. Zudem werden wir Gelegenheit haben, mehr über Minderheitenkultur der Stadt zu erfahren.

Am Nachmittag fahren wir ins ländliche Banat und besuchen Charlottenburg/Șarlota, dessen kreisförmige Dorfanlage und Architektur einzigartig sind. Dort werden wir uns intensiv mit der örtlichen Lebenswelt auseinandersetzen, Vertreter aus dem Gemeindepolitik treffen und Einblicke in die deutschsprachige Kultur des Banats erhalten. Abendessen im Dorf.


Samstag, 19.9.2026

Temeswar – Maria Radna

Wir setzen unsere Stadterkundung fort: Wir besichtigen die katholische, die rumänisch-orthodoxe und die serbisch-orthodoxe Kathedrale, die drei zentralen Plätze sowie das ehemalige Wohnviertel „Fabrik“.

Anschließend fahren wir nach Lippa/Lipova zum bedeutendsten katholischen Wallfahrtsort der gesamten Region, Maria Radna. Das Kloster wurde kürzlich im Rahmen eines umfangreichen EU-Projekts restauriert. Am Abend lassen wir die Reise bei regionalen Weinen und lokalen Spezialitäten in einem Weingut ausklingen.


Sonntag, 20.9.2026

Temeswar – Wien

In den frühen Morgenstunden Rückfahrt nach Wien. Ankunft am späten Nachmittag.

Stand: 27.1.2026


Weitere Informationen und Anmeldung

Dr. Dr. h.c. Florian Kührer-Wielach
Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas an der LMU München (IKGS), Historiker

MMag. Traian Almașan
Arte Travel, Cluj-Napoca/Klausenburg,
Reiseveranstalter und staatlich geprüfter Reiseführer

Preise
1550 Euro (DZ)
Einzelzimmerzuschlag: 285 Euro

Anmeldung
bis 31.7.2026 an kuehrer@ikgs.de


Wir empfehlen den Abschluss einer Reiseversicherung, insbesondere einer Stornoversicherung, da wir aufgrund der bereits getätigten Buchungen und Bestellungen keine Refundierungen für einen Nichtantritt der Reise vornehmen können. Einige Kreditkartenanbieter und auch Automobilclubs haben bestimmte Versicherungsprodukte in ihren Paketen inkludiert. (Stornoversicherungen aber nicht unbedingt.) Gute Erfahrungen gibt es mit diesen beiden Versicherungen, die auch relativ unkompliziert online abzuschließen sind:

Wiener Städtische (Ö)
Allianz Direct (D)

Leistungen

– Transport ab/bis Wien im modernen Reisebus mit Klimaanlage, Mikrofon und „Reisebibliothek“
– 8 Übernachtungen mit Halbpension (Frühstück und Abendessen) in Hotels der gehobenen Mittelklasse und Familienpensionen
– Professionelle, fachkundige und organisatorische Begleitung durch Dr. Florian Kührer-Wielach und Mag. Traian Almașan während der gesamten Reise
– alle Eintrittsgelder
– deutschsprachige Guides für die Stadtführungen
– Weinverkostung
– Fahrt mit der „Banater Semmeringbahn“ Steierdorf–Orawitz, inklusive Lunchpaket
– Treffen mit Vertretern des Projekts „Herculane Project“ in Herkulesbad
– Treffen mit der lokalen Gemeinde in Eibenthal und Charlottenburg sowie weitere Begegnungen


Die Studienexkursion wir in Zusammenarbeit mit dem Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas an der LMU München und Transylvania Storytellers, Klausenburg/Cluj-Napoca (Traian Almașan) organisiert.

Wir danken den verschiedenen donauschwäbischen Einrichtungen und Verbänden für die Bewerbung der Studienreise.

Die Studienreise wird auch dieses Jahr als Seminar der ÖCV-Bildungsakademie angeboten.

LESETIPPS

Gerhard Seewann, Michael Portmann: Donauschwaben. Deutsche Siedler in Südosteuropa. DKF Potsdam 2020. (Link zur Buchseite beim DKF Potsdam)

Irina Marin: Kleine Geschichte des Banats. Umkämpfte Grenzen im östlichen Europa. Pustet Verlag/IKGS München 2023 (Verlagsseite)

Konrad Gündisch, Tobias Weger: Temeswar/Timisoara. Kleine Stadtgeschichte. Pustet Verlag/IKGS München 2023 (Verlagsseite)

Ágnes Ózer: Neusatz/Novi Sad. Kleine Stadtgeschichte. Mit einem literarischen Essay von László Végel. Pustet Verlag Regensburg 2022 (Verlagsseite)

Mariana Hausleitner: Die Donauschwaben 1868–1948. Ihre Rolle im rumänischen und serbischen Banat. Steiner: Stuttgart 2014 (Blick ins Buch)